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Descent Into Darkness

Mike - Descent Into Darkness

Mike – Descent Into Darkness

Short english summery: A longterm friend of mine from London asked me to take his photographs due to the loss of his mother and the diagnosis of cancer. The series „Descent into darkness“ is about the inside where the outside – a strong sporty appearance – is telling a speciously story. Its about darkness and fear. Its about translation. Its about making the pain visible, tangible where language fails to explain. Its about my difficulties being a friend -feel with him, listen to him- and at the same time being a photographer – keeping the distance in order to create the pictures.

„Katja, ich habe Nebennierenkrebs und möchte nach Frankfurt kommen, damit du Fotos von mir machst“.Eine trockene Schilderung, eine simple Bitte – in ihrer Nüchternheit entfalten sie eine beklemmendere Wirkung, als jeder tränenreiche Telefonanruf. Die E-Mail erreichte mich von Mike, einem alten Freund, der in London lebt. Das erste Wiedersehen nach sechs Jahren entspricht so gar nicht meinen Befürchtungen. Mike, scheinbar bei bester Gesundheit, kein Gramm Fett am Leib und ein Sixpack zum Weinen – ein vor Kraft strotzender Körper, der gegen eine lebensgefährliche Krankheit kämpft, eine Seele, die neben dem Krebs noch den Tod der Mutter zu verkraften hatte. Absurder kann das Leben kaum sein. Wer weiß schon um das Innere eines Menschen, wenn das Äußere eine trügerische Geschichte erzählt.

Wozu also die Fotos? Die Wochen vor seinem Besuch beschäftigt mich diese Frage, begleitet von mittelschweren Panikattacken seinen (und vor allen meinen) Erwartungen, Hoffnungen und Emotionen gerecht zu werden.

Die Krankheit ist eine bittere Realität, der Schmerz, die Angst, der Kampf und die Dunkelheit bleiben jedoch irreal und im Inneren unaussprechlich gefangen.

Ich denke, die Fotos sollen seine letzten acht Monate fassbar, sichtbar und im wahrsten Sinne des Wortes greifbar machen.“Es“ auf Papier bannen, in eine optische Form gießen und einen Namen geben. Der Außenwelt einen Einblick in den Abgrund geben, den Mike nicht in Sprache zu übersetzen vermag.

Es fiel und fällt mir schwer zu Fotos zu beurteilen oder die drei Tage zu beschreiben, in denen die Bilder entstanden sind. Das Schwierigste war der Wechsel zwischen Freundin, Zuhörerin und Fotografin – das Hin- und Herspringen zwischen Anteilnahme und Abstand. Der Blick durch den Sucher der Kamera schafft eine Distanz und Kompromisslosigkeit, die ich in jeder Sekunde überprüfen und bisweilen entschärfen musste. Leichtigkeit und Annehmlichkeit fehlen, das erkenne ich besonders an den Fotos, die ich nicht gemacht habe. Aber das ist nicht Mikes Thema und Anliegen – Die Konfrontation mit dem Tod entbehrt jeder Beiläufigkeit.

To Mike: Thanks for your honesty and your tears – with all my love and thoughts – you will fight that beast!!!

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Leben im Pflegeheim

Der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V beauftragte sieben Fotografen aus dem Rhein-Main-Gebiet, das Thema „Leben im Pflegeheim“ individuell und künstlerisch zu visualisieren. Ein Buch und eine Ausstellung sind das Ergebnis.

Mein Thema war „Beziehungen“, wobei der Begriff weit gefasst war und von Freundschaften bis zu Ehepartnern reichte. Es war – zugegebenermaßen – eines der schwierigsten Projekte, welches ich jemals umgesetzt habe. Das Thema Tod, Alter, Sterben und Altenheim ist nun wahrlich kein alltägliches, locker und unbefangen konnte ich damit auch nicht umgehen. Als Fotograf musste ich die Balance wahren zwischen professioneller Distanz und Empathie. Den Menschen im Pflegeheim Praunheim wollte ich mich nähern – die Nähe, das Erleben der Gebrechlichkeit, der Verwirrtheit und der Krankheit aber standen im krassen Gegensatz zur nüchternen Betrachtung von Blende, Belichtungszeit und Konzept. Viele Ideen, die ich vor der Realisation hatte, musste ich schnell verwerfen, denn die Bewohner sind eben keine belastbaren „Models“ und hatten mich zuweilen schon nach 10  Minuten wieder vergessen oder konnten sich nicht mehr erinnern, zu welchen Zweck ich die Fotos mache. Und trotzdem gab es viele kleine und wunderbare Momente, absurd und bisweilen urkomisch…aber eine neutrale und professionelle Betrachtung werde ich zu den Fotos nie aufbauen können.

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